Hunde sind wie Elfjährige

Vor kurzem hielt bei uns im Ort und im Norden bekannter und diplomierte Verhaltensberater und Hundeexperte einen interessanten Vortrag: “Hunde sind wie Elfjährige, die wollen nur eins und das ist Spass”. Damit räumte der Experte gründlich auf mit der Dominanztheorie.

Hier gebe ich nun einen Auszug aus dem Artikel im “Osterholzer Kreisblatt” (eine Beilage des “Weser Kuriers”….

Aus dem Publikum wurden viele Regeln vorgeschlagen, die vermeintlich dazu beitragen, vor dem Hund als gutes Leittier zu erscheinen: Als erste durch die Tür gehen, als erste Essen, nicht im Bett schlafen lassen, abstrafen durch Nackengriffe und Schütteln. Nun die Frage: Müssen Menschen diese Regeln befolgen um den Hund unterzuordnen? Denken Hunde wirklich so? Brauchen sie überhaupt einen menschlichen Rudelführer?

Franck führte die interessierten Zuhörer 8000 Jahre weit zurück, um zu erklären, dass die Idee von der Rangordnung eine Menschenidee sei, die nichts mit dem Verhalten der Hunde zu tun hätte. Er berief sich auf den Wolfsforscher Barry Eaton, der in seiner jahrelangen Untersuchung an kanadischen Wölfen keine Rangordnung beim Wolf erkennen konnte – kein Alphapaar, Betatiere und die “letzten” im Rudel, die Omegatiere. Stattdessen konnte Eaton Familienstrukturen nachweisen: ein Elternpaar, die Jungtiere und die Kinder.

Wenn die Ahnen der Hunde nicht in einer festen Hierachie lebten, warum sollten dann Verhaltensprobleme bei Hunden durch eine unklare Rangordnung verursacht werden? Als Ergebnis 20-jähriger Beobachtungen stellte Franck seine Erkenntnisse vor, dass die frühen Erfahrungen eines Hundes massgeblich sein Verhalten prägten. Agression beispielsweise sei kein Dominanzverhalten, sondern eine Äusserung von Gefühlen. Um unerwünschte Gefühlsausbrüche zu vermeiden, gebe es kein Patentrezept. Zu unterschiedlich seien die Hunde- und Menschencharaktere, die als Gesamtfamilie zusammenleben, erklärte Franck.

Keine Rangordnung hiesse jedoch nicht, auf Erziehung, Gehorsam oder gutes Benehmen der Hunde zu verzichten. Mit Belohnungstaktik und manchen Profitricks sei mehr zu erreichen als durch die so genannte Unterordnung. “Vorsicht vor unseren Interpretationen. Wir neigen zu Pauschalisierungen und der Rangordnungsidee. Die Hunde wollen nur ihren Spass, sie lieben Spiele und Rituale”, appellierte Franck an die Zuhörer, ihren Hund als Familienmitglied zu behandeln.

Quelle: Osterholzer Kreisblatt, Beitrag von Luise Bär

Die Internetseite von Rolf C. Franck finden Sie unter www.rolfcfranck.de/

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